Wie Crystal Meth die männliche Fruchtbarkeit stört

28.12.2022

Unfruchtbar durch Crystal Meth? Ein Tierversuch liefert Hinweise dafür, warum der Konsum von Methamphetamin Spermien zum Absterben bringen könnte.

Bild: Roman Didkivskyi / istockphoto.com

Einige Spermien sterben, bevor sie den Hoden verlassen. Drogen können daran einen Anteil haben. Sie können den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und so die Spermienqualität verschlechtern. Der Konsum von Stimulanzien wie Ecstasy oder Speed kann außerdem das Erbgut der Zellen schädigen. Diese Faktoren können dazu beitragen, dass Männer unfruchtbar werden.

Aber was steckt dahinter? Ein Forschungsteam aus dem Iran hat in einer Studie mit Ratten die molekularen Mechanismen untersucht, durch die Crystal Meth die männliche Fruchtbarkeit stört.

Methamphetamin erzeugt oxidativen Stress

Zehn Ratten wurde eine Woche lang täglich Methamphetamin gespritzt. Die Dosis war ansteigend und entsprach einem moderatem bis hohem Konsum. Methamphetamin ist der Wirkstoff der Droge Crystal Meth. Weitere zehn Ratten blieben nüchtern und bildeten die Kontrollgruppe. Anschließend wurden das Hodengewebe und die Spermazellen beider Gruppen miteinander verglichen.

Dabei zeigte sich, dass die Hodenzellen von Crystal-Ratten verstärkt unter oxidativem Stress litten. Oxidativer Stress entsteht durch so genannte freie Radikale. Freie Radikale sind Moleküle, denen ein Elektron fehlt und die dadurch besonders reaktionsfreudig werden. Das bedeutet, sie versuchen dieses fehlende Elektron anderen Molekülen zu entreißen. Das „stresst“ die Zellen, die mit freien Radikalen in Kontakt kommen. Die DNA, also das Erbgut der Zellen, ist besonders empfindlich für oxidativen Stress und kann dadurch beschädigt werden.  

Normalerweise verfügt der Körper über Mechanismen, um solche Schäden zu reparieren. Bei den Crystal-Ratten funktionierten die Reparaturmechanismen jedoch nicht richtig. Die Tiere bildeten nur geringe Mengen von bestimmten Schlüsselmolekülen, die für diese Reparaturmechanismen wichtig sind. Dadurch können die Schäden im Erbgut nicht wie gewohnt repariert und beseitigt werden.

Spermazellen begehen „Selbstmord“

Gleichzeitig zeigte sich, dass die Spermazellen der Crystal-Ratten öfter das Signal erhielten, „Selbstmord“ zu begehen. Dabei handelt es sich um den so genannten programmierten Zelltod. In der Fachsprache wird dieser auch als Apoptose bezeichnet. Der programmierte Zelltod sorgt dafür, dass defekte Zellen entsorgt werden. Das ist ein normaler und wichtiger Vorgang in einem gesunden Organismus. Bei den Crystal-Ratten bekamen allerdings übermäßig viele Spermazellen das Signal zur Apoptose.

Die Erkenntnisse aus Tierversuchen können sicherlich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen werden, zumal die Droge gespritzt wurde. Die Ergebnisse liefern aber Hinweise dafür, wie der Konsum von Crystal Meth zu Unfruchtbarkeit bei Männern führen könnte.

 

Quelle:

Peirouvi, T., & Razi, M. (2022). Molecular mechanism behind methamphetamine‐induced damages in testicular tissue: Evidences for oxidative stress, autophagy, and apoptosis. Andrologia, 54(10), e14534. https://doi.org/10.1111/and.14534

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