Substanzkonsum zur „Bewältigung“ der Corona-Pandemie

15.12.2021

Wie haben sich die Lockdown-Maßnahmen in der Corona-Pandemie auf den Substanzkonsum von Schülerinnen und Schülern ausgewirkt? Eine Online-Befragung aus Kanada liefert Hinweise.

Bild: Elena Grishina / photocase.de

„Hey teacher, leave us kids alone” sang einst die Band Pink Floyd auf ihrem 1979 veröffentlichen Album „The Wall“. Die Lehrer sollten uns Kinder in Ruhe lassen. Doch das waren andere Zeiten. Die Erfahrungen der Corona-Pandemie haben uns gelehrt, dass Schule nicht nur der Wissensvermittlung dient. Schule bietet auch einen geregelten Alltag für das gemeinsame Lernen und einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche ihre Freundinnen und Freunde treffen.

Zu Beginn des Lockdowns mag noch die Freude überwogen haben, nicht mehr zur Schule gehen zu müssen. Aber nicht nur Schulen wurden im Zuge der Kontaktbeschränkungen geschlossen. Die meisten Orte, an denen junge Menschen zusammenkommen können, waren dicht. Kein Sport in Vereinen, keine Kinos, keine Partys, alle Kontakte mussten aufs Nötigste begrenzt werden.

In der Wissenschaft gibt es Stimmen, die auf die sozialen und psychischen Folgen der Lockdown-Maßnahmen besonders für junge Menschen hinweisen. Darauf verweist auch ein Forschungsteam aus Kanada. Es ist der Frage nachgegangen, wie sich die Corona-Pandemie auf den Konsum von Cannabis, Alkohol, Tabak und E-Zigaretten unter Schülerinnen und Schülern ausgewirkt hat. In Kanada gab es wie auch in Deutschland einen allgemeinen Lockdown inklusive Schulschließungen.

12 Prozent der Jugendlichen nahmen psychoaktive Substanzen wegen Corona

Über 7.000 Schülerinnen und Schüler haben an der Online-Befragung teilgenommen. Das Durchschnittsalter lag bei 15 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler wurden dazu befragt, wie sie mit der veränderten Situation in der Corona-Pandemie umgegangen sind. 8 Prozent der Jugendlichen gaben an, deswegen zu Alkohol gegriffen zu haben. 6 Prozent hätten E-Zigaretten, 4 Prozent Cannabis und ein Prozent Tabak dazu benutzt, um mit der Situation klar zu kommen. Insgesamt haben 12 Prozent der Jugendlichen angegeben, mindestens eine Substanz wegen der Corona-Beschränkungen eingenommen zu haben. Sie hätten die Substanzen zur „Bewältigung“ der Krise konsumiert.

Gute psychische Gesundheit schützt vor problematischem Konsum

Bei Jungen und Mädchen scheint sich die Pandemie etwas unterschiedlich ausgewirkt zu haben. Von den befragten Mädchen haben 13 Prozent zu einer Droge gegriffen, unter den Jungen waren es nur 10 Prozent. Auch die allgemeine psychische Gesundheit spielte eine Rolle. Vor allem Mädchen, die unter depressiven Symptomen litten, nahmen in der Corona-Pandemie mit höherer Wahrscheinlichkeit Alkohol oder eine andere Substanz als psychisch gesunde Mädchen. Oder anders ausgedrückt: Eine gute psychische Gesundheit scheint davor zu schützen, in Krisenzeiten zu Drogen zu greifen.

Die Befragung hat weiterhin ergeben, dass in der Pandemie etwa die Hälfte der Jugendlichen alleine Alkohol getrunken, gekifft, geraucht oder an einer E-Zigarette gezogen hat. Davon wiederum hat fast die Hälfte angegeben, Substanzen konsumiert zu haben, um sich die mit der Corona-Pandemie verbundenen Belastungen erträglicher zu gestalten. Zwar dürfte das Alleinsein auf die Kontaktbeschränkungen zurückzuführen sein. In so einer Situation psychoaktive Substanzen zu konsumieren, gilt jedoch insbesondere für Jugendliche als ein Hinweis auf problematischen Konsum.

 

Quelle:

Romano, I., Patte, K. A., de Groh, M., Jiang, Y., Wade, T. J., Bélanger, R. E. & Leatherdale, S. T. (2021). Substance-related coping behaviours among youth during the early months of the COVID-19 pandemic. Addictive Behavior, 14, 100392.

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