Home > News > Aktuelle Meldungen > Schlechte Blutwerte bei häufigem Konsum von Lachgas
31.12.2025
Eine aktuelle Fallstudie zeigt: Regelmäßiger Konsum von Lachgas schädigt nicht nur das Nervensystem, auch das Blutbild kann schlechte Werte aufweisen.

Bild: Adam Webb / iStock.com
Lachgas verspricht einen schnellen Kick. Nach wenigen Sekunden setzt die Wirkung ein. Ein paar Minuten später ist der Spaß allerdings auch schon vorbei. Das motiviert manche Konsumierende immer wieder Lachgas zu nehmen, teils über einen längeren Zeitraum mehrfach pro Tag. So auch eine 21-Jährige, die mutmaßlich als Folge des Konsums schwer erkrankt ist.
Die junge Patientin hatte starke Bauchschmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlten, als sie die Notaufnahme aufgesucht hat. Sie klagte zudem über Übelkeit und Erbrechen. Schon seit mehreren Monaten musste sie sich immer wieder übergeben, wenn sie versuchte, etwas zu essen. Das führte zu einem bedeutsamen Gewichtsverlust, begleitet von einem ausgeprägten Schwächegefühl.
Die 21-Jährige hatte in der Vergangenheit auch andere Drogen konsumiert, darunter Fentanyl, Kokain und Marihuana, aber seit einigen Monaten habe sie keine der Substanzen zu sich genommen. Seit mehreren Jahren konsumierte sie jedoch Lachgas, zuletzt täglich. Ihr letzter Gebrauch lag nur drei Stunden zurück.
Das behandelnde Ärzteteam hatte umfassende Untersuchungen vorgenommen und dabei einen schweren Vitamin-B12-Mangel festgestellt. Bekannt ist, dass Lachgas das Vitamin B12 inaktiviert. Vitamin B12 ist wichtig zur Erhaltung der so genannten Myelinscheide. Das ist eine Art Isolationsschicht, die Nervenfasern umwickelt. Schäden an der Myelinscheide können sich in Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen bemerkbar machen. Die 21-Jährige litt vor allem unter Schmerzen, die möglicherweise eine Folge der Nervenschäden waren.
Eine Analyse ihres Blutbildes ergab zudem, dass sie unter einer massiven Neutropenie litt. Neutropenie ist eine Bluterkrankung, bei der eine bestimmte Untergruppe der weißen Blutkörperchen vermindert ist. Dadurch wird die körpereigene Abwehr gegen Bakterien und bestimmte Pilzinfektionen geschwächt. Das Ärzteteam vermutet den Grund für die Neutropenie im chronischen Lachgaskonsum, da es keine Hinweise für andere mögliche Ursachen fand.
Lindsay Turmelle und Carl Chotas haben den Fall der jungen Patientin in einer Fachpublikation veröffentlicht, um auf den möglichen Zusammenhang von chronischem Lachgaskonsum und Neutropenie hinzuweisen.
Die gute Nachricht aber ist, dass bei rechtzeitiger Diagnose die meisten Schäden heilbar sind. Die 21-Jährige ist umfassend medikamentös behandelt worden, unter anderem mit hochdosiertem Vitamin-B12. Fünf Tage nach ihrer Einlieferung konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen.
Eine wichtige Voraussetzung für ihren weiteren Heilungsprozess sei nach Angaben von Turmel und Chotas die dauerhafte Abstinenz von Lachgas und anderen Drogen. Über den weiteren Verlauf ist leider nichts bekannt.
Quellen:
Plötzlicher Herztod nach Schnüffeln an Deo (21.12.2018)
Konsum von Schnüffelstoffen steht mit psychischen Problemen in Zusammenhang (27.08.2025)
Wie Yoga beim Drogenausstieg helfen kann (03.07.2024)
Warum Kokain so stark abhängig macht (02.09.2016)Webanalyse / Datenerfassung
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