Cannabisabhängige mit Depressionen haben es schwerer beim Konsumausstieg

17.03.2021

Manche Cannabisabhängige leiden unter depressiven Symptomen. Eine aktuelle Studie liefert Hinweise, dass sie es schwerer haben, ihren Cannabiskonsum zu reduzieren.

Bild: theprint / istockphoto.com

Eine gedrückte Stimmung muss noch keine Depression sein. Wenn aber für längere Zeit wenig Freude oder gar kein Interesse an anderen Dingen aufkommt und sich gleichzeitig ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit breit macht, dann könnte eine Depression dahinterstecken.

Junge Erwachsene leiden im Vergleich zu anderen Altersgruppen häufiger unter depressiven Symptomen. Etwa jede zehnte Person im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ist davon betroffen. In dieser Altersgruppe ist auch die Wahrscheinlichkeit für Cannabiskonsum besonders hoch. So gibt es in der Forschung Hinweise, dass Menschen mit Depressionen eine stärkere Neigung zu Cannabis entwickeln. Starker Cannabiskonsum könnte allerdings auch das Risiko für Depressionen erhöhen.

Der US-amerikanische Forscher Michael Mason hat in einer Studie untersucht, ob eine depressive Symptomatik Einfluss darauf hat, wie gut es Cannabisabhängigen gelingt, ihren Konsum zu reduzieren. 96 junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren haben sich an der Studie beteiligt. Die Teilnehmenden wurden zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt.

Eine Gruppe konnte sich über 4 Wochen mit einer Art Chatbot auf ihrem Smartphone unterhalten. Im Dialog mit dem Tool erhielten die Teilnehmenden auf sie zugeschnittene Informationen, die sie bei der Reduzierung des Konsums unterstützen sollten. Einen Monat sowie zwei und drei Monate später erfolgten Befragungen zum Cannabiskonsum. Die andere Gruppe nahm lediglich an den Befragungen teil.

Konsumreduktion bei Teilnehmenden mit geringem Depressionsrisiko

Drei Monate später zeigte sich, dass die automatisierte Chat-Kommunikation zumindest ein wenig zu einer Reduktion des Cannabiskonsums beitragen konnte. Allerdings profitierten nicht alle Teilnehmenden. Junge Erwachsene mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Depression haben nahezu unverändert weiter gekifft, unabhängig davon, ob sie Unterstützung erhielten oder nicht. Teilnehmende mit geringerem Depressionsrisiko konnten ihren Konsum hingegen um 4,5 Tage in den letzten 30 Tagen senken. Die Selbstangaben wurden auch durch Urinkontrollen bestätigt.

Die Studie sei zwar eher klein und die Befragungsintervalle vergleichsweise kurz, nach Einschätzung von Michael Mason sei es aber plausibel, dass Cannabisabhängige, die kaum depressive Symptome zeigen, motivierter und engagierter sind, wenn es darum geht, das Kiffen in den Griff zu kriegen.

Zudem sei zu bedenken, dass der Ausstieg aus dem Cannabiskonsum Entzugssymptome hervorrufen kann, die denen einer Depression ähneln, wie das Gefühl mangelnder Energie oder Interessenlosigkeit. Betroffene würden daher vermutlich davon profitieren, wenn sie gezielt Hilfe für den Umgang mit depressiven Symptomen bekämen.

 

Quellen:

  • Mason, M. J. (2020). Depressive symptoms moderate cannabis use for young adults in a Text-Delivered randomized clinical trial for cannabis use disorder. Addictive Behaviors, 104, 106259.
  • Mason, M. J., Zaharakis, N. M., Moore, M., Brown, A., Garcia, C., Seibers, A. & Stephens, C. (2018). Who Responds Best to Text-Delivered Cannabis Use Disorder Treatment? A Randomized Clinical Trial With Young Adults. Psychology of Addictive Behaviors, 32, 7, 699-709.
  • Busch, M. A., Maske, U. E., Schlack, R. & Hapke, U. (2013). Prävalenz von depressiver Symptomatik und diagnostizierter Depression bei Erwachsenen in Deutschland. Bundesgesundheitsbl, 56, 733-739.

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